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10 Anlegerfehler

Fehler #2: Selektive Wahrnehmung

05.05.2016 - In der Psychologie gibt es den schönen Begriff der "kognitiven Dissonanz". Diese wollen wir grundsätzlich vermeiden. Was heißt das? Vereinfacht kann man dies so ausdrücken: Der Mensch ist stets geneigt, sich in seiner (Vor-)Einstellung zu einer Person, einer Sache oder einer Thematik bestätigt fühlen zu wollen und Gründe dafür zu suchen, wieso er Recht hat. Widersprechen jedoch bestimmte Tatsachen dieser Voreingenommenheit, werden diese soweit als möglich von der betroffenen Person ausgeblendet - ein klassischer Fall von selektiver Wahrnehmung. Man könnte auch sagen: "Man sieht nur das, was man sehen will".

Man findet alles, was man möchte

Wie lässt sich dieses Konzept nun im Anlageverhalten wiederfinden? Über Aktien oder andere Kapitalanlageprodukte existieren massenhaft Informationen, Analysen, Meinungen und Nachrichtenmeldungen. Und diese sind meist wenig konsistent. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Aktie des gebeutelten Volkswagen-Konzerns. So liegen für den 02. Mai 2016 mehrere Analysen von verschiedenen Analysehäusern vor - acht davon gehen von sinkenden Kursen aus und empfehlen den Verkauf der Aktie, weitere acht sind moderat optimistisch gestimmt und stufen die Aktie mit "Hold" ein, und - Überraschung - weitere acht gehen von steigenden Kursen aus und empfehlen deshalb einen Kauf (Quelle: finanzen.net).

Dass diese Analysen wenig als Indikator für den privaten Anleger taugen, sollte spätestens damit klar sein. Problematisch wird es jedoch, wenn man mit einer gewissen Voreingenommenheit auf solche Analysen trifft. "Mein Schwiegervater hat doch erst letztens so von dieser Aktie geschwärmt. Die kann ja nur steigen." Und schon hält man Ausschau nach Anzeichen, die diese "Einschätzung" bestätigen. Diese Bestätigung wird man jedoch fast immer finden. Egal zu welcher Einschätzung.

Dieser Prozess läuft jedoch meist unterbewusst ab und selbst Profis sind dem nicht immer gefeit.

Was man tun soll: Sich selbst austricksen

Besser wäre es, völlig neutral in die Recherche hineinzugehen, was sich meist als schwierig gestaltet. So sollten sowohl positive als auch negative Einschätzungen und Analysen in den Entscheidungsprozess miteinbezogen werden. Man sollte sich selbst ermutigen, ganz aktiv nach Anzeichen Ausschau zu halten, die der eigenen Meinung widersprechen und so sein Unterbewusstsein "austricksen", das ja ständig nach Bestätigung sucht.

Grundsätzlich sollte eine Aktie eigentlich fundamental analysiert werden um zu einer vernünftigen Anlageentscheidung zu kommen. Dabei wird die aktuelle Stimmung an der Börse ebensowenig miteinbezogen wie technische Kursindikatoren oder Meinungen von unzähligen Analysten. Lediglich die Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens wird auf den Prüfstand gestellt und so eine Entscheidung getroffen.

Da dies für den privaten Anleger jedoch meist eine unzumutbare Aufgabe darstellt, ist er gut beraten, seine Voreingenommenheit auszublenden und nicht wie geplant nur in die favorisierte Aktie zu investieren, sondern sein Vermögen auf verschiedene Unternehmen, Branchen und Anlageklassen aufzuteilen. Dann ist zwischenzeitlich auch ein teilweiser Verlust zu verschmerzen und die Chancen auf eine angemessene Rendite stehen besser. Investmentfonds stellen hier ein gutes Instrument dar und ersparen dem Anleger eine Menge Arbeit.

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